Design Challenge: „Word as Image“ von Ji Lee

Weißer Bleistift mit roter Mine auf weißem Hintergrund

Ein Beitrag von Monika Grieser.

„Geschrieben steht: ‚Im Anfang war das Wort!‘ Hier stock‘ ich schon! Wer hilft mir weiter fort?“ Ähnlich wie Goethes Faust muss sich der New Yorker Creative Director und Künstler Ji Lee seinerzeit auch gefühlt haben – vor fast 20 Jahren an der Kunsthochschule.

Denn vor sich hatte er eine spannende, herausfordernde Aufgabenstellung: Visualisiere die Bedeutung eines Wortes einzig mit Hilfe seiner Buchstaben – ohne dabei zusätzliche grafische Elemente hinzuzufügen. „The challenge was very hard, but the reward of ‚cracking‘ a word felt great. So this became a lifelong project for me.“ so Lee, der seitdem seine Leidenschaft für Gestaltung und Sprache visuell zum Ausdruck bringt.

Bereits 2011 veröffentlichte Lee sein erstes Buch „Word as Image“, das fast 100 visualisierte Wörter zeigt. Auch aktuell arbeitet er mit einer Mischung aus alltäglichen Begriffen, Namen von Persönlichkeiten und Geschehnissen aus Politik, Sport und Kultur und erfüllt sie mit Leben: „The dictionary is filled with thousands of fun visual puzzles just waiting to be solved“. Da werden Buchstaben gedreht, gespiegelt, skaliert, verformt oder verbogen, Abstände und Relationen werden verändert. Frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ entstehen einfache, aber clevere und kreative Illustrationen:

In einer Zeit in der alles laut, schrill und bunt um unsere Aufmerksamkeit buhlt, empfindet man die Arbeiten Lees zu „Word as Image“ als befreiend zurückhaltend. Größtenteils in schwarz-weiß gehalten, reduziert auf das Wesentliche und mit dem richtigen Gespür für Wortwitz. Als Gestalter ist man immer wieder auf der Suche nach kreativen Impulsen – wie man sieht, reicht es manchmal schon aus, sich auf das Einfache und Ursprüngliche zu besinnen.

Mehr Inspiration zum Thema Design findet ihr auch im Beitrag zu den Design Trends 2019 von meinem Kollegen Krisso.

Die Autorin

Monika Grieser
Kristian bei Xing