Lektionen aus dem Extremsport: Was treibt uns zu Höchstleistungen?

Bilder: Mladen Kolundžija

Ein Beitrag von Sophie Becker.

Manche Menschen laufen einen Ironman und erzählen das ganze Jahr davon. Joey Kelly hat 8 Ironmans in einem Jahr absolviert und einmal davon erzählt. Okay, sicher hat er das schon an anderer Stelle als nur in seiner Adventurer Lecture für den Business Innovators Club (BIC). Beeindruckend sind seine Erfahrungen aus dem Extremsport trotzdem – und lassen sich sogar auf unseren beruflichen Alltag bei CAMAO übertragen.

8 Ironmans in einem Jahr, mehr als 50 Marathonläufe, eine Südpolexpedition, ein Lauf längs durch Deutschland ohne Geld und fremde Hilfe – man muss Joey Kellys Begeisterung für Extremsport nicht teilen, um Respekt vor seinen Leistungen zu haben. Und vor allem nicht, um sich zu fragen: Wie macht er das? Wie schafft es d(ies)er Mensch, sich immer wieder an und über die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu wagen?

Auf genau diese Antworten waren ich – und knapp 60 weitere Business Innovators – bei der Adventurer Lecture aus. Wir haben sie bekommen und sie erscheinen auf den ersten Blick vielleicht banal: „Klare Ziele, Ausdauer, Willenskraft und Leidenschaft”, zitiert Kelly als maßgebliche Faktoren für seine Erfolge. Und tatsächlich ziehen sie sich durch seine ganze Vita. Mit der Kelly Family hat er jahrelang auf den Straßen der USA und Europas gespielt. Bis zum Durchbruch musste die Familie viel aushalten. Schon damals hat ihn der Zusammenhalt und das Teamwork innerhalb der Familie nie aufgeben lassen. Und schon damals war der Sport als Ausgleich zum hektischen Show Business ein wichtiger Teil seines Lebens.

Extremsport Lecture bei der DVAG mit Joey Kelly

Der Abend fand im kleinen Kreis bei der DVAG in Frankfurt statt. Bild: Mladen Kolundžija

Lebenslanges Lernen – mit Biss

Aber selbst ein Joey Kelly kann nicht jedes Hindernis überwinden. Für viele digitale Trends wie Influencer hat Kelly kein Verständnis. Daraus leitet er für sich jedoch keine Verbitterung über „unnachvollziehbare Änderungen“ in unserem alltäglichen Leben ab. Im Gegenteil: Für ihn ist es essentiell, sich konstant mit neuen Impulsen auseinanderzusetzen.

Das ist in einer Zeit der endlosen Möglichkeiten nicht immer leicht. Während man sich auf ein Extremsport-Event vielleicht sehr gezielt vorbereiten kann, muss man in vielen Berufen eine große Menge verschiedener Optionen ad-hoc beurteilen und gegeneinander abwägen. Wir unterstützen unsere Kunden genau dabei – mit einer Mischung aus Empathie für ihr Business und praktischer Erfahrung sowie Leidenschaft für digitale Trends. Aber auch abseits von schamloser Eigenwerbung kommen hier die vermeintlich platten Begriffe – Ziele, Ausdauer, Willenskraft und Leidenschaft – zum Tragen: Ohne klares Ziel etwa fehlt jegliche Basis zur Beurteilung von Optionen, Trends und mehr. Und nur wer mit Leidenschaft an eine Sache herangeht, wird sie in ihrer Gänze und mit all ihren Implikationen verstehen.

In puncto Willenskraft hat er einen anderen psychologischen Fallstrick besonders hervorgehoben, der im Extremsport – und auch bei alltäglichen Herausforderungen – vielen den Wind aus den Segeln nimmt: Der Kopf gibt immer als erstes auf. Wie oft sagt man frustriert „Es geht einfach nicht“. Im Zweifelsfall straft man sich selbst nur ein paar Stunden später Lügen, weil man das Problem aus einer frischen, konstruktiven Perspektive betrachtet. Der eigene Geist ist also größter Feind als auch engster Verbündeter. Wer ihn unter Kontrolle hat, hat auch die Kontrolle über den eigenen Erfolg.

Joey Kelly lektoriert über Extremsport

Joey Kelly hat den Inhalt seines Vortrags auch als Mensch mit viel Energie authentisch vermittelt. Bild: Mladen Kolundžija

Ein Abend von Extremsport und Teamwork mit Langzeit-Effekt

Bei mir hat Kellys „Predigt“ offene Türen eingerannt. An mir selbst und meinen körperlichen sowie geistigen Grenzen zu arbeiten, ist längst nicht nur donnerstags auf der Arbeit ein Bestandteil von meinem Leben. Deswegen finde ich es immer faszinierend zu sehen, wie andere Menschen ihren Weg dabei bestreiten. Ich bin mir sicher, dass Kellys Vortrag mich noch eine ganze Weile begleiten und beschäftigen wird.

Aber auch beim Rest des bunt gemischten Publikums fielen seine Worte nicht auf taube Ohren. Hat euch das, was ich über seine Worte geschrieben habe, gefallen? Wenn ja, ist vielleicht sein Buch „Hysterie des Körpers“ einen Blick wert.

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Die Autorin

Sophie Becker Sophie Becker
Kundenberaterin, Darmstadt
Sophie bei Xing