Facebook erfindet sich „neu“ – und verunsichert Unternehmen

Ein Beitrag von Philipp Schlosser.

Ganz überraschend – und doch zu erwarten: Mark Zuckerberg persönlich hat kürzlich bekannt gegeben, den Algorithmus des Neewsfeeds „auf links zu drehen“. Für den Nutzer ein Schritt zurück zum eigentlichen Sinn und Zweck – für Unternehmen ein Grund für Verunsicherung.

Wieder einmal Neuigkeiten zur größten Social Media Plattform der Welt. Für viele Nutzer Anlass für ein erleichtertes „Na endlich!“. Andere, und insbesondere viele Unternehmen, dürften das anders sehen. So kündigte Gründer Mark Zuckerberg an, den Algorithmus des Newsfeeds auf Facebook umzukrempeln.

Warum das denn?

Die ursprüngliche Idee von Facebook war es, Menschen zu verbinden und Freunde einander näher zu bringen. Von Beginn an war das Ziel, Interaktionen zwischen Nutzern zu ermöglichen, den Austausch zu Themen zu fördern und Entfernungen zu überwinden. Das persönliche Umfeld im Blick zu behalten.

In den letzten Jahren haben mehr und mehr Inhalte von Unternehmen die Newsfeeds der Nutzer eingenommen: Videoformate, Gewinnspiele, Clickbaits, Fake-Live-Inhalte … Werbetreibende und Unternehmen waren fleißig und versuchten die hochgesteckten Ziele und KPIs für diesen enorm wichtigen Kanal zu erreichen.
Diese Entwicklung und den Zuwachs (vor allem weniger relevanter Inhalte) hat sich Facebook nun lange mit einem kritischen Blick angesehen. Und ist sich bewusst, an dieser Veränderung nicht ganz unschuldig zu sein. Dennoch sei es an der Zeit, Facebook wieder mehr zu seinem ursprünglichen Zweck zurückzuführen: einem Netzwerk, das den Austausch zwischen Menschen ermöglicht.

Was heißt das für mich als Unternehmen?

Das Wichtigste zuerst: Niemand weiß, welche Auswirkungen genau die Veränderung des Algorithmus mit sich bringen wird. Sicher dürfte aber sein, dass sie sich in den organischen Reichweiten wiederspiegeln dürfte. Ob das einen Rückgang von 80 % oder 10 % bedeutet, wird sich zeigen.

Was kann ich nun tun?

Entscheidend ist, dass der Redaktionsplan, und somit die publizierten Inhalte, genau geprüft werden. Unternehmen müssen sich fragen, welchen Mehrwert die geplanten Posts für die Nutzer haben. (Nicht, dass das neu wäre, aber es ist eben nun noch relevanter.) Denn klar dürfte sein, dass Beiträge, welche Diskussionen und Interaktionen bei Freunden und Nutzern untereinander hervorrufen, weniger von einer Reichweiteneinschränkung betroffen sein werden. Und das geht nur über Relevanz – und nicht mit „Schönes-Wochenende-Posts“.

Und wenn ich mein Werbebudget erhöhe?

Ein naheliegender Gedanke, der in der Vergangenheit oft funktioniert hat. Überraschend ist, dass auch Geld keine Lösung bei diese Umstellung sein wird. Denn das würde dem Plan nicht gerecht werden, die verbrachte Zeit auf Facebook für den Nutzer wieder wertvoller zu gestalten. Wie Mark Zuckerberg selbst sagt, „…könnte die Nutzungszeit zurückgehen und damit auch das Werbeinventar.“ Das verunsichert sogar die Anleger und die Aktie von FB ist zum Teil um bis zu 4,5 % gesunken. Auch Facebook selbst büßt also zunächst mit diesem Plan ein – was die Entschlossenheit zu diesem Schritt aber unterstreicht. Kurzum: Mehr Geld ausgeben ist keine Lösung – mehr Wert für die Inhalte schon.

Und jetzt?

Vor allem nicht gleich „meckern“. Sicherlich ist diese Neuigkeit kein Grund zum Jubeln. Anlass zur Aufregung aber ebenso nicht. Denn wie gesagt: Überraschend war das nicht wirklich.

CAMAO berät nicht nur, wenn es um die strategische Ausrichtung der Social Media Kommunikation geht. Wir realisieren diese Pläne auch. Bis hin zur Erstellung von relevanten Redaktionsplänen, Findung und Umsetzung kreativer Ideen und dem täglichen Community Management. Sprechen Sie uns an – wir bringen Sie auch bei dieser Herausforderung weiter.

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Der Autor

Philipp Schlosser Philipp Schlosser
Senior Concept Developer, Darmstadt
Philipp bei Xing