Geliebt, gehasst, gebraucht: Das CMS – Teil 2

Im vorherigen Teil dieser Mini-Serie haben wir euch etwas über Content-Management-Systeme im Allgemeinen erzählt: Warum und wann braucht man sie, was muss man bei der Auswahl eines CMS beachten? Heute bauen wir auf diesem Wissen auf und stellen euch einige Systeme näher vor.

Konkret sind heute WordPress, TYPO3 und Neos im Scheinwerferlicht: WordPress als unangefochtener Marktführer, der auch von uns in Projekten immer wieder eingesetzt wurde; TYPO3 als so etwas wie ein Enterprise-Gegenpol zu WordPress; und Neos, unser David in einer Welt von CMS-Goliaths. Weil das aber wirklich nur ein Mini-Ausschnitt der bunten CMS-Welt wäre, haben wir noch ein kleines Potpourri mit diversen anderen Systemen in petto.

NEOS

Nanu, was macht denn dieses „no-name“-CMS direkt an erster Stelle? Wir halten die Neos-Fackel seit einiger Zeit in die Höhe. Das Open Source CMS hier an erster Stelle zu nennen ist also nur konsequent.

Einige unser Lieblingseigenschaften des CMS sind:

  • Inline Editing erlaubt das Bearbeiten von Elementen auf der Website selbst – „what you see is what you get“ in Reinform also.
  • Mit Workspaces regelt Neos das Rechtemanagement und die Qualitätssicherung: Änderungen am Seiteninhalt werden prinzipiell immer erst im anwendereigenen Workspace vorgenommen und können von dort je nach Berechtigungsstufe z. B. auf einen Revisions-Workspace oder direkt auf das Live-System aufgespielt werden.
  • Der modulare Aufbau von Neos erlaubt das einfache Wiederverwenden von Content-Bausteinen. Einmal gebaute Elemente können problemlos auch in anderen Installationen benutzt werden, was redundante Arbeit minimiert.
  • Mit Content Dimensions lassen sich die gezeigten Inhalte genau auf den Nutzer abstimmen: Land, Sprache, Kundentyp – die Kriterien für den ausgespielten Inhalt sind vielfältig.
  • Neos ist problemlos skalierbar – und somit für Klein- als auch Großprojekte ohne Bedenken einsetzbar. Ein komplexes Caching-System sorgt auch bei umfangreichen Web-Auftritten für eine ansehnliche Performance.
  • Mit Fluid als Basis für Templates sind beim Design kaum Grenzen gesteckt. Das Arbeiten mit Fluid eignet sich durch „Einfachheit, Flexibilität, Erweiterbarkeit und einfache Handhabung“ aus.

Unterm Strich:

Mit vielen erfahrenen TYPO3-Entwicklern im Kernteam ist Neos nicht grün hinter den Ohren, aber trotz wachsender Community relativ jung: Die Menge an Plugins ist noch überschaubar. Allerdings sind mit wenig Aufwand z. B. auch für Symfony erstellte Module in Neos verwendbar. Beim Inline-Editing muss man noch aufpassen, wenn zwei Nutzer gleichzeitig Änderungen auf derselben Seite vornehmen möchten. Trotzdem ist das Gesamtpaket so überzeugend, dass die Mankos den positiven Gesamteindruck kaum trüben. Das t3n Magazin sieht das ähnlich und hat 20 Neos Best-Practices vorgestellt. Wir arbeiten momentan am liebsten mit Neos und können es auch unseren Kunden nur ans Herz legen.

TYPO3

Weiter geht es mit dem entfernten Verwandten von Neos: TYPO3 ist in Deutschland die wohl bekannteste CMS-Lösung im Enterprise-Bereich. Dementsprechend kann es auch mit vielen für diese Zielgruppe relevanten Features punkten:

  • Der Multidomain & Mehrsprachigkeits-Support ist wohl einer der ausgereiftesten unter den Open Source CMS. TYPO3 ist schon damit für internationale Unternehmen hochinteressant.
  • Sicherheit ist gerade für diese Gruppe äußerst relevant. TYPO3 ist in dem Bereich den meisten Wettbewerbern voraus – auch wegen der vergleichsweise geringen Verbreitung.
  • Nicht weniger relevant als die Sicherheit ist auch die Performance bei hohen Nutzerzahlen. TYPO3 ist hier für die meisten Herausforderungen gut gerüstet.
  • Die riesige Community sorgt zudem für eine immense Bandbreite an Erweiterungen und Dokumentationen zur Lösung von selbst ausgefallenen Problemen.

Unterm Strich:

TYPO3 ist eine sehr solide Option für größere Websites. Die Anpassungsmöglichkeiten in Frontend und Backend sind enorm – ideal für große Firmen mit oft sehr spezifischen Anforderungen. Für KMUs oder Selbstständige lohnt sich hingegen der Aufwand einer TYPO3-Installation kaum. Mit der Pflege von TYPO3-Systemen haben wir viele Jahre Erfahrung.

WORDPRESS

Der Klassiker und Evergreen in der CMS-Welt. WordPress ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international eines der beliebtesten Systeme für Websites. Dabei kommt WordPress aus einfachen Verhältnissen: Ursprünglich auf Blogs fokussiert, merkt man dem CMS seine Wurzeln auch heute noch an.

  • Simples, intuitives Publizieren von allerlei Inhalten – zudem mehr als befriedigendes Freigabe- und Rechtemanagement.
  • WordPress hat faktisch eine eigene Industrie. Es gibt unzählige Themes, Templates und Plugins, die bei der Optimierung des Web-Auftritts helfen.
  • Mit automatischen Updates gehört WordPress zu den eher sicheren Systemen – man muss nur aufpassen, dass diese einem nicht die Kompatibilität mit Erweiterungen zerschießen.
  • Die starke Verbreitung des Systems sorgt dafür, dass viele schon mit ihm gearbeitet haben und dementsprechend die Einarbeitungszeit weniger intensiv ausfallen kann.

Unterm Strich:

WordPress ist in dem, wofür es ursprünglich entwickelt wurde, extrem gut: Blogging. Heutzutage wird WordPress allerdings auch zunehmend für umfangreiche Corporate Websites genutzt. Um diesen großen Kundenstamm zu erreichen, wurde die Software von den Entwicklern sehr stark modifiziert. Dieser Versuch, WordPress zur eierlegenden Wollmilchsau zu machen, funktioniert nur bedingt. Um WordPress bei viel Traffic performant zu halten, bedarf es einiges an Aufwand. Die riesige Bandbreite an Plugins ist zudem nicht immer durchschaubar und bei ausbleibenden Updates kann die Funktionalität eingeschränkt sein – mit möglicherweise großem Einfluss auf die eigene Seite. WordPress ist für Privatpersonen, Blogs und kleinere Website-Projekte ideal, sonst gibt es mittlerweile viele Alternativen.

POTPOURRI

Joomla! und Drupal sind ebenfalls Open-Source-Systeme. Sie erfreuen sich gerade in Deutschland nicht unbeträchtlicher Beliebtheit. Joomla! punktet mit einem schlanken Grundsystem sowie objektorientiertem Software-Design. Das Erstellen von eigenen Erweiterungen fällt somit leicht, was Joomla! zu einem sehr flexiblen CMS macht. Die Rechte- und Freigabeverwaltung ist jedoch ein beständiger Kritikpunkt.

Drupal ist stark modular aufgebaut und kann so einfach an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Die Stärken des Systems liegen jedoch ganz klar im Bereich des Social Web und Community Publishing. In Zeiten, in denen User-Generated-Content auch für Marken immer wichtiger wird, sollte man Drupal also keineswegs unterschätzen. Die Kollegen von comm-press, mit denen wir bereits gemeinsame Website-Projekte umgesetzt haben, haben einen spannenden, ausführlichen Beitrag über Drupal als Enterprise-Lösung verfasst.

MacBook mit HTLML-Code

Qual der Wahl: Alle CMS punkten mit großen Vorteilen – aber auch Nachteilen

Zeit, sich zu entscheiden: CMS Showdown

Nicht grundlos haben alle genannten Content-Management-Systeme eine gewisse Popularität: Sie alle punkten mit großen Vorteilen – aber natürlich auch Nachteilen.
Kriterien bei der Wahl des passenden CMS haben wir bereits im ersten Teil dieser Serie vorgestellt. Aber was, wenn man uns fragt?

Wie vielleicht schon zu erahnen, tendieren wir hinsichtlich Umfang, Pflegbarkeit und Kosten immer wieder zu dem Geheimtipp Neos. Das gilt jedoch nicht pauschal: Große Website-Projekte, beispielsweise mit inhaltlich unterschiedlichen Länderseiten, die einer intensiven Pflege bedürfen, sind etwa mit TYPO3, Drupal oder auch Joomla! bestens beraten – hier empfiehlt es sich jedoch unter Umständen die Website-Pflege auszulagern. Geht es um wirklich kleinere Projekte, wie etwa Onepager, reicht WordPress oftmals schon aus. Sollte sich im Laufe der Zeit jedoch der Wunsch nach neuen Features und Erweiterungen auftun, kann WordPress schon mal an seine Grenzen stoßen.

Unser Tipp!

Sprechen Sie mit uns. Ob Neos, TYPO3, WordPress, Joomla!, Drupal oder wie sie alle heißen: Kaum ein CMS, mit dem unsere rund 80 Experten nicht umfassende Erfahrungen haben. Sie haben eine bestehende Website, ein bevorstehendes Website-Projekt oder möchten etwas ganz Neues starten? Wir sind gerne für Sie da und teilen unsere langjährige Expertise – ob nun CMS-Beratung, Website-Konzeption, -Umsetzung, -Pflege oder SEO-Optimierung. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht an hello@camao.one!