Cinemagraph – Das Comeback der GIF-Datei

Ein Beitrag von Jule Randzio.

Es ist kein Video und auch kein Foto – es ist ein Cinemagraph. Seit geraumer Zeit kursieren sie überall im Netz, diese kurzen Mini-Szenen, bei denen der Fokus auf einen einzelnen bewegten Bildausschnitt gelenkt wird. Nachdem es lange Zeit ruhig um GIF-Dateien war, erleben die verspielten Animationen aus den Neunzigern eine unkonventionelle Neubelebung – und sind plötzlich auch für Marken interessant.

Cinemagraph – Was ist das?

Cinemagraphs sind animierte Standbilder. Während das Bildmotiv eingefroren ist, enthalten Teilbereiche eine oft kleine, sich immer wiederholende Bewegung. Durch den Charakter einer Endlosschleife entstehen Sequenzen, die dafür sorgen, dass ein Bild länger als gewöhnlich im Auge des Betrachters liegt und somit eine fast schon hypnotisierende Wirkung hat.

Quelle: http://cinemagraphs.com

Mehr Aufmerksamkeit durch Eyecatcher-Effekt

Bereits in der Vergangenheit haben große Marken, wie Adidas und Budweiser, den Einsatz von Bewegtbildern für sich genutzt. Der entscheidende Vorteil eines Cinemagraphs gegenüber einem statischen Bild ist, dass der Fokus des Nutzers optimal auf das Wichtigste gesteuert wird und Botschafen schneller vermittelt werden können. Dies betrifft vor allem Emotionen, und kann im Fall der Fälle auch aufzeigen, dass die jeweilge Marke nicht nur ihr Interesse an Internet-Trends demonstriert, sondern auch Spaß versteht. Im Vergleich zum Video ist bei einem Cinemagraph keine Einbindung von Ton notwendig, da Werbebotschaften auch im Stumm-Modus nicht verloren gehen. Die Medieninhalte erscheinen edel, verleihen Content den gewissen Pfiff und erzeugen gleichzeitig Aufmerksamkeit, ohne effektheischend zu sein.

Bei einer einfachen Suche auf Instagram unter dem Hashtag #cinemagraph geht bereits jetzt ein Trend hervor. Von privaten Nutzern bis hin zu Unternehmen werden mehr als 210.000 Suchergebnisse ausgeliefert. Große Marken, wie Tiffany & Co oder Coca Cola, begeistern sich bereits für dieses Format – weil es eben sehr gut mit Kanälen der Bildsprache, wie Facebook und Instagram, harmoniert. Praktischer Nebeneffekt: Die Postings sind einfach zu teilen und können im Idealfall einen viralen Effekt schaffen. Den Einstieg und die damit erste TV-Werbekampagne mit einem Cinemagraph machte die Fastfood-Kette Pizza Hut, welche die Bewegtbilder als Intro für ihr eigentliches Werbevideo einsetzte.

How to create a Cinemagraph

Wie simpel die Erstellung einer solchen Animation ist, zeigt sich in dem dazugehörigen Behind-the-Scenes Clip. Durch einfache Apps wie z. B. Flixel lassen sich innerhalb kürzester Zeit hochwertige Cinemagraphs erstellen.

Auch über Photoshop können sie in einfachen Schritten kreiert werden, wie DomQuichotte in seinem Tutorial über den gesamten Workflow schildert.

Einfach ausgedrückt: Was benötigt man für ein Cinemagraph?

  • Eine Kamera mit Videofunktion
  • Ein stabiles Stativ
  • Eine Idee
  • Applikation/Photoshop

 Auch wir haben die Bewegtbild-Funktion für uns entdeckt

Und wer weiß, vielleicht hypnotisieren wir euch ab jetzt mit noch mehr animiertem Bildmaterial. 😉

Bildschirmfoto 2016-02-17 um 16.57.44

Die Autorin

Jule Randzio
Werkstudentin, Darmstadt