Weiterbildung on demand mit Skillshare

Ein Beitrag von Melanie Bormann.

Wer in der Kreativbranche arbeitet, kommt nicht drum herum: Weiterbildung. So divers wie unsere Arbeit sind auch die gestellten Anforderungen – und die Möglichkeiten, sie zu erfüllen. Axure, UXPin, Avocode, InVision, Muse, Sketch, Affinity, Avocode … Die Liste ist schon auf die Bereiche Konzeption und Design beschränkt und umfasst trotzdem nur einen Bruchteil der Software-Vielfalt. Teilweise fühle ich mich an einen Basar erinnert. Überall sind bunte Dinge und jeder schreit, dass sein buntes Ding das bunteste und vor allem beste Ding ist.

Besonders nach einer beruflichen Auszeit (Sabbaticals, Teil- oder Elternzeit, Krankheiten etc.) kann man schnell das Gefühl bekommen, den Anschluss zu verlieren. Zum Glück gibt es bunte Dinge, die uns helfen, die anderen bunten Dinge besser zu verstehen: Skillshare ist eine von vielen Plattformen für E-Learning. So weit, so bekannt. Die Inhalte (meist Videos) erstellt Skillshare nicht selbst, sie stammen von Experten aus der Community.

Die "Classes" sind in die 4 Kategorien Creative, Business, Technology und Lifestyle aufgeteilt, welche sich wiederum aufteilen.

Die „Classes“ sind in die vier Kategorien Creative, Business, Technology und Lifestyle aufgeteilt, welche sich wiederum aufteilen.

Mit über zwei Millionen registrierten Nutzern und mehr als 15.000 verschiedenen „Classes“ (laut Website) ist diese Community auch ganz schön fleißig. „Classes“ sind in appetitliche Häppchen gestückelt, was es einfach macht, die einzelnen Lektionen nachzuvollziehen und selbst Hand anzulegen. Ist man fertig mit seinem Projekt, kann man es mit der Community teilen. Diese Projekte sind nicht nur ein nützlicher Indikator für die Qualität einer „Class“, sondern auch ein verdammt guter Ansporn, es mindestens gleich gut zu machen.

Faires Bezahlsystem – schwieriger Kundenservice?

Skillshare bietet eine 30-tägige Testphase an, in der man das komplette Premium-Angebot kostenlos nutzen kann. Der Haken: Um die Testphase zu beginnen, muss man erst ein Abonnement abschließen. Das kann innerhalb der 30 Tage gekündigt werden – und mit 96 $ für einen Jahres- oder 12 $ für einen Monatszugang sind die Preise in Ordnung. Aber: Bezahlen ist nur per Kreditkarte möglich!

Ich persönlich habe mit Skillshare bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht, aber das ist anscheinend nicht bei allen Nutzern der Fall: Auf der Service-Bewertungs-Plattform Best Company kreiden viele Nutzer Skillshare undurchsichtige Zahlungspraktiken an (User Score liegt bei 2.0/10). Schwierigkeiten beim Kündigen des Abonnements, bei Rückerstattungen und bei der Preistransparenz gehören demnach zu den größten Problemen.

Die verschiedenen Bezahlmodelle von Skillshare im Überblick.

Die verschiedenen Bezahlmodelle von Skillshare im Überblick.

Viele der geschilderten Probleme kann ich nicht nachvollziehen. Die Abbuchung der jährlichen Gebühr wird klar kommuniziert und Rückerstattungen der Abonnementsgebühren werden in den Nutzungsbedingungen (Terms of Service) ausgeschlossen. Die Information ist an diesem Ort vielleicht etwas versteckt, aber immer noch einfach zugänglich. Und gerade bei einem auf Abonnements gestützten Dienst lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbedingungen nahezu immer.

Effektives Tool für die digitale Aufholjagd

Mein Fazit: Die große Vielfalt an angebotenen Kursen und das System der „Projektgallerien“ gefallen mir sehr gut. Ich kann mich unkompliziert auch außerhalb meines Spezialgebiets weiterbilden, da mir mit einem Premium-Abonnement direkt das ganze Angebot offensteht. Die konkurrierende E-Learning-Plattform Udemy bittet für jeden Kurs einzeln zur Kasse, lockt dabei aber mit Geld-zurück-Garantie.

Wer auf der Suche nach einem ähnlichen Tool in deutscher Sprache ist, wird vielleicht bei Lecturio glücklicher. Das erwähnte Udemy bietet auch einen Teil der Kurse auf Deutsch an.

Ihr wollt euren Wissensdurst lieber auf unserem Blog stillen? Kein Problem. Wenn ihr noch nichts von Atomic Design gehört habt, probiert es mal mit diesem Beitrag.

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Die Autorin

Melanie Bormann
Junior Concept Developerin, Darmstadt
Mariko bei Xing